Im Prinzip hab ich nicht viel überlegt. Einfach gemacht.
Beat Manetsch (Maler, Künstler)
Wir hatten an einem Mittwoch abgemacht, im März, um 10 Uhr, in Ilanz. Ich warte auf dem Parkplatz gegenüber dem Lukmanier, sagte ich am Telefon. Ob er einen Transporter habe oder wie? Nein, wieso! Meinen Audi, erwiderte Beat. Und in den willst Du alle Bilder für die Ausstellung packen? Lass dich überraschen, sagte er. Und Punkt 10 Uhr rauscht der Audi unten um den Kreisel und die Via S. Clau herauf. Auf dem Dach ein riesiges, unförmiges Teil von einer Plastikblache bedeckt, die wild geisselnd im Wind flattert und sich dann schlaff über den Wagen legt, als dieser auf dem Parkplatz hält. Beat steigt aus, wir umarmen uns, er büschelt die Blache und lacht und ich lache ebenso das Fabrikat auf dem Dach musternd aus Brettern, Latten, Schrauben, Seilen und Gurten, funktional und stabil, ein improvisiertes Bett mit seitlichen Lehnen für die grossen Bilder und innen gestapelt die mittleren und kleinen. Gewiss um die fünfzig Bilder. Zum Glück war es ein sonniger Tag. Geplant war eine Probeausstellung im Museum in Trun. Ich bin wohl an die zwanzig, dreissig Mal die Treppen hoch und runter und wieder hochgestiegen.
Welche Bilder kommen wohin?, frage ich, als mein Herz sich beruhigt hat. Die Abstrakten links und die Figurativen im Raum rechts, lautet die erste Anweisung. Die Abstrakten? Welche sind das? Der blaue Strich. Der rote. Die Hunde. Die Nachtlandschaften. Das rote wilde. Und die Wirbelsäulen, sagt Beat auch leicht ausser Atem.
Du, die Bilder mit den Strichen, was meinst Du, sagen wohl die Leute? Naja, ich kann mir schon vorstellen, dass die provozieren, meint Beat. Aber das war nicht meine Absicht. Ich suchte die Reduktion, den radikalen Kontrast zu den Landschaften, denn die malst du mit vielen Strichen, vielen Farben, unterschiedlichen Pinseln, die willst du möglichst schön und atmosphärisch machen. Bei den Strichen hingegen geht es um die Frage, wieviel es braucht, um etwas zu sein. Für den roten Strich brauchte ich drei Wochen. Die Leinwand stand, doch ich tigerte im Käfig herum. Ich wusste zwar, dass ich einen roten, vertikalen Strich zeichnen will. Aber was für einen Strich?! Dass es dann Strichstücke wurden, das geschah einfach, aus der Hand. In drei Minuten. Dass ich es schaffte, die Entscheidung der Hand zu überlassen, macht das Bild für mich so kostbar. Das war ein Moment totaler Freiheit. Der perfekte Flow. Ob nun jemand in diesem Bild eine Schneelandschaft mit roten Pfosten sieht oder sonstwas, ist völlig frei.
Die drei Nachtlandschaften übrigens auf der Wand gegenüber sind nicht weit von den Strichbildern entfernt, fügt Beat hinzu. Das sind empfundene Landschaften, Improvisationen, gwundrige Versuche, mich führen zu lassen, ein spielerischer Moment, ein Flirt mit den Farben. Der Kopf ist ausgeschaltet. Der Kopf ist Kontrolle. Das Bild malt der Körper. Für manche sind diese Bilder zu dunkel, zu düster und traurig. Schwarz ist für viele negativ. Ich liebe die Farben der Nacht. Ich bin ein Nachtmensch. Wie meine Mutter es war. Die nähte oft bis weit in die Nacht.
Das rote Bild, das etwas wilde, gefällt mir gut hier. Das wollte ich erst gar nicht mitnehmen heute. Aber jetzt mit dieser Wand für sich allein, öffnet es sich wuchtig und wird fast zum Dirigenten dieses Raums.
Und welche Bilder kommen in den Raum rechts? – Das grosse mit den Herbstmücken, beginnt Beat die Aufzählung. Der Terri. Die Harschlandschaft. Die Baumrinden. Die Kapelle. Wobei ganz sicher bin ich noch nicht.
Kapelle hatte ich das Bild getauft. Im Fokus stehe allerdings das Atelier von Alois Carigiet, das links im Bild zu sehen sei, präzisiert Beat. Der ist ja nach Obersaxen gezogen, nach Platenga, als er sich entschlossen hatte, sich nur noch der Malerei zu widmen. Eine kleine Reverenz an Mathias Spescha und an Gieri Schmed habe er auch noch ins Bild gefügt. Ob ich das bemerkt hätte, fragt Beat mit schelmischem Schmunzeln. Die drei Künstler-Nachbarn aus Trun habe ich natürlich schon studiert, auch um herauszufinden, wo denn mein Platz ist neben ihnen.
Eine Verbindung zu Trun, ergänzt Beat, haben auch die Wirbelsäulen, wie ich die Skulpturen im Raum drüben nenne. Die erste davon befindet sich in Basel. Die habe ich vor 43 Jahren gemacht. Ich arbeite ja gerne mit Zufallsfundstücken, sogenannten «objéts trouvés», auch beim Umbau in Flond, ich gebe den Objekten eine neue Funktion. Als wir damals zuhause in Campliun Fenster und Läden wechselten, fielen mir sofort diese Eisenteile auf mit diesen wunderschönen Formen. Ich wusste sofort, mit denen mache ich mal was. Und dann wurden es Wirbelsäulen, von meinem Zuhause, von dem ich das Gerüst habe, das mich hält, die Grundstruktur meines Wesens; von da stammt alles, was ich bin und was ich tue.
Grossartig sag ich überrascht, als ich mich umdrehe und den Terri so auf Distanz im Raum gegenüber erblicke. Landschaftenscheinen Dein bevorzugtes Sujet zu sein? Wie kommt das? Das hat wohl mit der Ruhe zu tun, überlegt Beat. Ich bin oft in der Natur, habe immer einen Skizzenblock dabei, setze mich irgendwo hin, zeichne, mache meist auch ein paar Fotos und habe Zeit ohne Ende, um die Landschaft wahrzunehmen. Und was schön ist: sie rennt nicht davon. Sie steht Modell, so lange du willst. Diese Ruhe und diese Zurückgezogenheit liebe ich sehr. Das ist ein grosser Kontrast zur Arbeit beim Fernsehen, die ich über dreissig Jahre lang machte, eine Welt, in der alles begrenzt ist. Du hast so und soviele Tage für Recherchen, für den Dreh, für den Schnitt und immer Termine, alles Tempo Teufel. Doch die Zeit beim Fernsehen war sehr schön. Pläne hatte ich zwar andere. Nach der Kunsthochschule in Basel wollte ich zuerst Zeichnungslehrer werden. Aber die Stellen sind rar. Und dann öffnete sich stattdessen die Welt des Fernsehens. Ein starkes, faszinierendes Medium. Das Geschichten Erzählen mit Ton und 24 Bildern hat mich mit Haut und Haaren verschlungen. Wir hatten enorme Freiheiten, v.a. zu Beginn. In der Satiresendung Muschkito der Televisiun Rumantscha konnten wir wild experimentieren, das war eine echt coole, kultige Zeit. Aber eben. TV ist Tempo, Hektik, Stress, ein wilder, lebhafter Hühnerhaufen. Malen ist ganz was Anderes. Und als ich dann früher in Pension ging, fand ich die Ruhe wieder, die ich während des Kunststudiums so sehr liebte. Diese starke Fokussierung. Ich bin dann wie abwesend. Und doch sehr präsent. Im Bild drin, in den Pinselhaaren, in den Farben, nur ich und die Leinwand und die Idee. Malen ist mein Zufluchtsort. Wenn ich dort bin, vergesse ich zu essen und zu schlafen und erwache dann irgendwann spät nachts und gehe dann ins Bett.
Wie findest Du eigentlich Deine Sujets? – Das passiert ziemlich zufällig, sinniert Beat. Wie beim Bild mit den Herbstmücken. Beim Spazieren springt mich plötzlich etwas an, völlig unerwartet ist es hier, diese Blätter im Licht, im Hintergrund die Kühe in der Unschärfe, ich mache ein Foto oder mehrere aus verschiedenen Perspektiven und dann bin ich eigentlich schon mitten im Sujet. Später im Atelier kann es dann sein, dass so ein Moment die magische Kraft verliert, dann wird nichts daraus. Der Titel ist überraschend!? Die Mücken musste ich eine Weile suchen. Beat schmunzelt. Ja, Titel entstehen auch oft zufällig. Zu Beginn hab ich die Bilder nummeriert, 1, 2, 3, bis 10 oder so. Dann hab ich gewechselt. Ein Bild braucht einen Titel. Doch der einzige Schlüssel zum Verständnis ist er nicht.
Um zur Frage zurückzukommen, wie ich meine Sujets finde. Zum einen sind das Geschenke der Welt draussen. Oder innere Zufälle, wenn ich malend improvisiere. Und dann gibt es noch eine dritte Kategorie: Dinge, die mich plagen. Trump zum Beispiel. Der raubt mir hin und wieder den Schlaf. Es ist unfassbar, dass eine Mehrheit der Amerikaner die Pest zu ihrem Glauben wählte. Die Serie mit den Ohrfeigen ist eine Erinnerung an Pfarrer Candinas, der mich sozusagen aus der Institution Kirche geprügelt hat. Ich spüre noch heute den Moment dieses Übergriffs. Die Serie reizte mich aber auch, weil ich herausfinden wollte, wie ich diesen Schlag-Effekt technisch hinbekomme.
Wie kam es zu den Bildern mit den Baumrinden und dem Harsch? – Das war das erste Thema, das mich beschäftigt hat, als ich vor fünf Jahren wieder zu malen begann. Oberflächen. Eine Oberfläche bedeckt oder versteckt etwas und man weiss nie, was sich darunter verbirgt; sie kann sehr anziehend sein und dich dann in die Lawine locken. Ein Strich auf einer Oberfläche kann ein Schnitt sein oder ein Riss. Die Baumrinde ist wie eine Haut, die sich öffnet oder platzt, die lebt und vergeht. Die Oberflächen sind figurativ und abstrakt zugleich. Geht man ganz nah ans Bild, kann man vieles darin sehen.
Mit den Linolschnitten im Mittelgang hab ich auch eine Phase meines Studiums wieder aufleben lassen. Und ich hatte grosse Experimentierlust. Einige Landschaften wurden impressionistisch, andere expressionistisch und teilweise hab ich einfach Linien rhythmisiert. Die Orte hab ich alle selber besucht. Ich hatte viel Skizzenmaterial. Es sind 12 Sujets, 20 Serien, die zusammen ein Mosaik eines grösseren Ganzen ergeben.
Es war gegen 17 Uhr, als wir alle Bilder alle Treppen wieder runtergetragen, aufs Dach geladen, gestapelt, gepolstert, gesichert und zugedeckt und einen Mordshunger hatten. Jetzt eine Pizza. Prezis. Und einen Apero. Du, mit 65 Jahren, die erste Ausstellung. Bist du eigentlich nervös? – Es ist, was es ist, sagt Beat ernst und ja, ich bin sehr gespannt. Ich glaube, diese Ausstellung ist wie der erste Schritt. Und nachher mache ich den nächsten.
Einige Wochen später lädt mich Beat zum Nachtessen ein. Zum ersten Mal sehe ich das Podest oben im steilen Hang hinter seinem grünen Haus in Flond, eine kleine Terrasse aus drei Paletten hat er da hingezaubert. Darauf ein Sonnenschirm, ein kleiner Tisch mit weisser Decke, zwei Stühle, ein Weisswein, zwei Gläser, ein Apero, ein Nachtessen mit herrlichem Blick über das Dach und rüber auf die andere Talseite, auf Flims, Ruschein, Breil, die Bergspitzen dils Cavistrai, die hoch über dem Dorf thronen, in dem wir beide aufgewachsen sind.
Was für ein Kerl, denke ich voller Bewunderung. Was der alles macht und kann, unglaublich erfinderisch, zupackend, inspirierend und tiefgründig, mit unbändiger Energie und Leichtigkeit und Freude am Machen und einem Herz voller Liebe. Und so ein wunderbarar Freund.
Im Prinzip hab ich nicht viel überlegt, sagt Beat am Schluss unseres Gesprächs. Einfach gemacht.
Viva Beat! Mach einfach weiter!
Jürg Gautschi
Da principi hai buc studiau massa. Semplamein fatg.
Beat Manetsch (pictur artist)
Nus vevan fatg giu ina mesjamna, il mars, allas 10h, a Glion. Jeu hai detg ch’jeu spetgi sil parcadi visavi il Lukmanier. Sch’el hagi in bus ni co? Na nuot. Miu Audi, ha Beat detg. Ed en quel vulas cavigliar tut ils maletgs dall’exposiziun? Ti mo mira, ha el rispundiu. E punct las 10h vegn igl Audi giu entuorn la rondella e dalla Via S. Clau siado e sin tetg ina carga nundetga cuvretga cun ina blaha da plastic che sgulatscha e misla e sederasa lu tut uapa sur igl auto giu, cu quel ei sefermaus sil parcadi. Beat vegn o digl auto, nus salidein cun ina strocla, el fa in tec uorden culla blaha e ri. Ed jeu riel è examinond la construcziun dad aissas e lattas e slondas e riemas e sugas, in letg improvisau cun spundas, funcziunal e stabil pils maletgs gronds ed endadens schaian ils mesauns e pli pigns stignai in sin l’auter. Guess tschunconta maletgs. Per cletg eri in di da bial’aura. Il plan era dad ir si Trun el museum e far ina exposiziun d’emprova. Matei ch’jeu sun ius vegn, trenta ga da quellas scalas si ed engiu ed ensi. E tgeinins vegnan nua?, haiel jeu dumandau, cu la pumpa ei sequietada.
Ils abstracts ella stanza seniester ed ils figurativs en quella vi dretg, ei l’emprema instrucziun. Ils abstracts. Tgeinins ei quei tut? Il streh blau. Il streh tgietschen. Ils tgauns. Las cuntradas da notg. Quei tgietschen selvadi. E las cruschs dil dies. Ti, quels strehs, damondel jeu, tgei manegias ch’ei ditgien da quels? Moh, jeu sai schon metter avon, di Beat, che quels provocheschan forsa. Quei ei aber buc igl intent. Jeu hai encuretg la reducziun, il cuntrast radical tiellas cuntradas. Lezzas malegias cun massa strehs, massa colurs, differents pennels, leu dattas breigia da far ei bi ed atmosferic. Tiels strehs va ei per la damonda, con ch’ei drova per insumma esser zatgei. Pil streh tgietschen hai duvrau treis jamnas. La teila spitgava. Ed jeu erel sco in tigher el caset. Jeu savevel ch’jeu level in streh tgietschen vertical. Aber tgei streh?! Ch’ei ha lu dau tocca da strehs, quei ei semplamein vegniu, o dil maun. Fatg en treis minutas. Quei dumignar da surschar la decisiun al maun fa quei maletg per mei schi prezius. Quei ei stau in mument da libertad totala, in flow perfetg. Sch’ins vul lu veser en quei ina cuntrada da neiv cun palera ni schiglioc zatgei, ei surschau a quel:la che mira. Las treis cuntradas da notg silla preit da tschei maun ein buc lunsch naven dils strehs, aschunta Beat. Quei ein cuntradas resentidas, improvisaziuns, emprovas, tgisa nua ch’ei meina mei, in mument ludic ed in flirt cullas colurs. Il tgau ei tschentaus o. Il tgau ei controlla. Il tgierp fa ils maletgs. Per certins ein quellas cuntradas memia stgiras, obscuras, trestas. Ner ei per biars negativ. Per mei buc. Jeu hai bugen las colurs dalla notg. Jeu sun in bau dalla notg, sco mia mumma era. Lezza cuseva savens tochen las duas la damaun. Dil reminent, quei tgietschen selvadi vi cheu plai a mi fetg bein. Quel level gnanc prender cun mei oz. Aber uss cheu, cun ina preit mo per el sesarva quel nundetg e para bunamein il dirigent da quella stanza.
Ed ella stanza da tschei maun, tgeinins vegnan vi leu? Il grond culs muschins d’atun, di Beat. Il Terri. La samada. Las scorsas. La caplutta. Caplutta vev’jeu titulau quel culla caplutta. Mo el focus da quel stetti per el igl atelier dad Alois Carigiet, precisescha Beat. Lez ei gie vegnius a Platenga si Sursaissa, cu el ei sedecidius da daventar pictur artist liber. Ed ina pintga reverenza a Mathias Spescha ed a Gieri Schmed hagi el è aunc integrau en quei maletg. Sch’jeu hagi remarcau quei, damonda Beat cun in surrir da furbaz. Quels treis vischins da Trun haiel secapescha schon studiau empau, è per mirar, tgei ch’ei miu plaz sper els.
In ligiom cun Trun han dil reminent è las cruschs dil dies, sco jeu numnel las sculpturas vi en tschella stanza. L’emprema da quellas hai fatg avon 43 onns, cun «objéts trouvés». Jeu lavurel bugen cun caussas existentas ch’jeu anflel casualmein, allas qualas jeu dundel lu ina nova funcziun. Nus vein giu midau da lezzas uras enta casa a Campliun fenestras e barcuns e lu hai viu quella biala tocca da fier cun quellas bialas fuormas e saviu immediat ch’jeu vegni a duvrar quella zacu, senza aunc saver per tgei. E lu hai dau cruschs dil dies, da miu dacasa, dil qual jeu haiel survegniu la ossadira, la structura da miu esser, quei che tegn mei agradsi, da leu deriva tut quei ch’jeu sundel e quei ch’jeu fetsch.
Bellezia, ditgel tut surprius, cun semenar e veser il Terri sin distanza vi en tschella stanza. Cuntradas paran dad esser tiu sujet preferiu? Daco quei? Quei ha da far cul ruaus, rispunda Beat. Quei esser ella natira. Savens hai in bloc cun mei e fetsch aunc skizzas ed adina è fotografias. Ed hai peda senza fin. Per sentir la cuntrada. E tgei ch’ei bi. Quella scappa buc. Stat model, schi ditg sco ti vul. Quei ruaus e quella solitariadad gaudel enorm. Quei ei in grond contrast culla lavur da televisiun ch’jeu hai fatg varga trent’onns ed en gliez mund ei tut limitau, ti has tons e tons dis per retschercas, tons per filmar e tagl ed adina termins, tut tempo teufel. Aber il temps dalla televisiun ei staus bellezia. Il plan era zuar in auter. Suenter la scola d’art a Basilea hai gl’emprem encuretg plazza sco scolast da dessegn. Mo lu buc anflau. Ed enstagl ei il mund dalla televisiun sesaviarts. In medium ferm e fascinont, il raquintar historias cun tun e cun 24 maletgs per secunda, quei ha tschaffau mei cun tgierp ed olma, segir è pervia dalla libertad dad experimentar, cunzun all’entschatta, el Muschkito per exempel, l’emissiun da satira dalla Televisiun Rumantscha ch’ei propi stada cult e coolira da far. Aber eba. Televisiun ei tempo, hectica, stress, in gagliner viv e selvadi. Malegiar ei tut zatgei auter. Cun ir en pensiun anticipada hai puspei anflau anavos en quei ruaus ch’jeu hai gudiu schi ferm duront ils onns alla scola d’art. Quei esser focussaus. Sco bunamein naven. E tuttina fetg presents. Sco viaden el maletg, el pennel, ellas colurs, mo jeu e la teila e l’idea ch’jeu less realisar. Il malegiar ei miu refugi. Cu jeu sun en quel, emblidel da magliar e da durmir e vegnel lu zacu sco neunavon la damaun dallas treis e mon lu a letg.
Co anflas ils sujets? – Gliez ei savens casual. Sco cul maletg dils muschins d’atun. Jeu mon a spass e lu vesel ina caussa che tschaffa mei nunspitgadamein, tuttenina ei quei cheu, quella feglia ella glisch, vi davos las vaccas el fuostg, jeu fetsch ina foto, ni pliras da differentas perspectivas e lu sun da principi schon el sujet. Pli tard egl atelier sa ei lu capitar che aschia in mument piarda la magia, daventa tievis e lu dat ei nuot. Il tetel ei surprendents!? Ils muschins hai stuiu encurir ditg. Tetels ein empau casualitad, di Beat. Entschiet vevel cun enumerar 1, 2, 3, etc. forsa tochen diesch. E lu hai midau. In maletg drova in tetel. Mo la clav per capir eis el buc. Insumma buc.
Per revegnir alla damonda, co jeu anfli ils sujets. Dad in maun ein quei regals casuals, cun ir ed esser o el mund. Secundo ein quei improvisaziuns ch’ein forsa casualitads internas. E lu dat ei aunc in tierz camp, tematicas che mulestan mei. Trump per exempel. Quel lai magari buc durmir mei. Ei va fetg vess dad acceptar ch’ina maioritad dall’America elegia la pestilenza sco cardientscha. La seria culs schlops entuorn las ureglias ein regurdientschas a sur Candinas che ha schidadir cresmau mei o dalla instituziun dalla baselgia. Jeu sentel aunc oz il mument da quei schliep. Fatg quella seria hai è perquei ch’ei caztgava dad anflar la tecnica per exprimer igl effect dalla frida.
Co eis vegnius sil sujet dallas scorsas e la samada? – Surfatschas ein stadas miu emprem tema, cu jeu hai repriu il malegiar avon tschun onns. La lingia silla surfatscha sa esser in tagl, in scarp. Ina surfatscha cuviera ed ins sa mai tgei che sezuppa davostier, ella sa esser biala e carmalar ins ella lavina. La scorsa ei sc’ina pial che sesarva ni sloppa che viva e va. Quellas surfatschas ein concretas, figurativas ed abstractas, associativas en ina. Sch’ins va datier san ins veser empau diltut.
Culs entagls on zuler haiel repriu ina fasa dil temps da studi. Jeu vevel gust dad experimentar. Per part ein quellas cuntradas impressiunisticas, lu expressivas, per part tschercavel mo in ritem cun lingias. Igl ei tut loghens ch’jeu hai sez visitau. Jeu vevel schi bia skizzas pinadas per zacu. En tut s’ei 12 sujets, 20 serias che dattan ensemen in mosaic pli grond.
Ei era entuorn las 17h che nus vevan la finala puspei purtau tut ils maletgs da scala giu e cavigliau els sin tetg ed egl auto e cuvretg e ligiau e vevan fomazs. Ina pizza. Precis. Ed in apero. Ti, cun 65 far l’emprema exposiziun. Eis atgnamein gnervus? – Igl ei quei ch’igl ei, di Beat tut serius e gie, jeu sun fetg spannegiaus. Jeu crei, quella exposiziun marca sco igl emprem scalem. E suenter mondel tiel proxim.
Entginas jamnas pli tard ha Beat envidau mei a tscheina. Lu hai viu per l’emprema ga quei podest sisum la scarpa sur sia casa verda a Flond. Sc’ina pintga terrassa ha el construiu cun dus pallets. E sin quels steva in parisol da sulegl, ina pintga meisa, duas suppias, cozz’alva, in vin alv e dus glas, in apero, ina tscheina cun ina bellezia vesta sur il tetg casa o, vi silla costa da tschei maun cun Flem, Ruschein, Breil, ils Cavistrai che fan parada sur il vitg, el qual nus essan omisdus carschi si.
Tgei tip hai jeu tertgau admirond, in talent nundetg, creativ, ischignus, detschart, inspiront, cun schi bia energia e plascher e passiun da far ed in cor plein amur. Ed in amitg prezius. Da principi hai buca studiau massa, di Beat alla fin dil discuors. Semplamein fatg. Ed jeu ditsch:
Viva Beat! Fai semplamein vinavon!
Jürg Gautschi